Genomic and Applied Microbiology

Norddeutscher Wissenschaftspreis 2018 in der Kategorie „neue und innovative Forschungsidee“ (Nov 2018)


Nach 2013 ist die Abteilung von Prof. Rolf Daniel zum zweiten Mal mit dem 1. Preis bei der Verleihung des Norddeutschen Wissenschaftspreises ausgezeichnet worden. Die jetzt prämierte Forschungsidee ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Universitäten Kiel und Göttingen, Sprecherinnen sind Prof. Sandra Spielvogel, Kiel, und Jun.-Prof. Michaela Dippold, Göttingen. Beteiligt sind Forschende aus den Bereichen Agrarwissenschaften, Geowissenschaften und der Mikrobiologie. Die Projektidee ist die Etablierung einer Multi-Meta-Omik-Achse Kiel-Göttingen: Neue Technologien für neue Herausforderungen der norddeutschen Landwirtschaft im Klimawandel.





In Norddeutschland sind die Folgen des Klimawandels speziell im Sommer 2018 deutlich spürbar. Die Landwirtschaft muss neue Wege zur Anpassung an Wassermangel beschreiten. Mindererträge sind jedoch nur die offensichtlichste Folge des Klimawandels. Sommerliche Dürren haben wesentlich weitreichendere Konsequenzen: Die mikrobielle Aktivität der Böden, die alle biogeochemischen Flüsse katalysiert und reguliert, reduziert und ändert sich. Um die Implikationen von Trockenstress auf Nährstoff- und Kohlenstoffkreisläufe zu identifizieren und angepasste Bewirtschaftungsformen zu entwickeln, müssen adaptive Veränderungen des Mikrobioms der Böden und seiner Funktionen im Kontext des jeweiligen Agrarökosystems untersucht werden. Ziel dieses Kooperationsvorhabens ist es, ein Forschungskonsortium zu etablieren, das die Auswirkung von Trockenstress auf bodenmikrobielle Funktionen charakteristischer Agrarstandorte Norddeutschlands mittels des hochinnovativen Mulit-Meta-Omik-Ansatzes auf allen post-genomischen Ebenen untersucht. Dadurch wird es möglich sein, das Anpassungspotential des Bodenmetagenoms abzuschätzen, zu entschlüsseln, welche mikrobiellen Funktionen sich in Folge der Trockenheit verändern werden und welche Implikationen diese mikrobiellen Umsätze für die biogeochemischen Flüsse haben werden.

Mehr Informationen zu den Preisträgern der vergangenen Jahre finden sich hier.